Mommy: Meine Geburt während Corona Teil 2

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Weiter geht es mit meinem Geburtsbericht!

Den Rest der Nacht bzw. der Geburt weiß ich nur noch schemenhaft. Auf jeden Fall war ich so froh das mein Mann endlich bei mir war und wir die Geburt zusammen erleben durften. Gerade während der Presswehen, die ich weg atmen musste weil der Muttermund noch zu weit geschlossen war. Er war mir so eine große Hilfe und hat mich immer erinnert richtig zu atmen und mit mir gesprochen. Auch während dieser Zeit bin ich zwischen den Wehen immer wieder eingeschlafen. Ich weiß nicht wie lange die einzelnen Phasen gedauert haben weil ich jedes Gefühl für Zeit verloren habe. Irgendwann hat die Hebamme eine Ärztin geholt weil das CTG nicht gut aussah. Diese hat dann am Köpfchen vom Baby Blut abgenommen um den Sauerstoff Gehalt zu prüfen. Es hieß je nach den Werten entweder Saugglocke oder Kaiserschnitt. Und eins kann ich sagen, auch wenn ich mir immer eine natürliche Geburt gewünscht habe, irgendwann dachte ich Kaiserschnitt klingt doch gar nicht schlecht. Ich glaube das denkt während der Geburt fast jede Frau zu irgendeinem Zeitpunkt. Während wir auf das Ergebnis gewartet haben wurden immer mehr medizinische Geräte ins Zimmer geschoben.

Geburtsbericht – Endspurt: Es muss schnell gehen

Die Ärztin kam zurück. Die Werte sind noch ok aber er muss raus. Die Saugglocke wurde angelegt und die Ärztin entschied mir ein leichtes Schmerzmittel via Tropf zu geben ab dann durfte ich pressen. Endlich! Die ersten paar Wehen habe ich gepresst, die Hebamme hat Anweisungen gegeben wie ich am besten Presse. Am Anfang habe ich geschrien bzw. Gestöhnt, bis die Hebamme mich ermahnt hat und meinte ich soll meine Kraft sparen. Ab dem Zeitpunkt war ich stumm und habe gepresst und die Ärztin hat an der Saugglocke gezogen. Kurz vor „Schluss“ konnte ich meine Wehen aber nicht mehr spüren, obwohl es nur ein leichtes Schmerzmittel war und ich ganz und gar nicht frei bin schmerzen war. Aber das Kind musste raus. Also habe ich dann einfach gepresst, auch ohne Wehe, bis er draußen war. Dieser Moment war unbeschreiblich. Die Ärztin hat ihn raus gezogen, kurz nach oben gehalten und ich dachte mir nur „oh mein Gott ist der groß“. Im nächsten Moment lag er auch schon auf meiner Brust. Einfach unbeschreiblich. Und schon kam eine große Frage von der Hebamme „wie heißt der kleine?“. Mein Mann und ich haben uns kurz angeschaut und waren uns sicher „er heißt Tobias“.

Geburt, Corona, 2020, Mai Baby, Corona Geburt, Update, GeburtsberichtEine Saugglockengeburt

Weil er mit der Saugglocke geholt wurde musste dann aber zügig die Nabelschnur durchtrennt werden und der kleine zu den Kinderärzten. Während er untersucht wurde ist mein Mann erstmal an die frische Luft und ich habe die Nachgeburt rausgepresst und wurde genäht. Eigentlich dauert das alles viel länger Bzw. Einen wird mehr Zeit gegeben mit dem Baby auf der Brust zu kuscheln und dann in Ruhe Nabelschnur getrennt und Nachgeburt bekommen. Aber wie gesagt, wegen der Geburt mit Saugglocke musste alles schnell gehen. Die Ärztin hat während der Geburt einen Dammschnitt vorgenommen, an den ich mich gar nicht mehr erinnern kann. Das nähen hat gefühlt ewig gedauert, gespürt habe ich davon aber gar nichts. Dann kam der kleine wieder, gewickelt in ein Handtuch und die gute Nachricht: es geht ihm gut und alles ist so wie es sein muss. Wir waren so erleichtert und überglücklich.

Wir wurden in einen anderen, freien Kreißsaal geschoben und meine ersten Worte an meinen Mann waren „das können wir nochmal machen“. In diesem Moment waren alle Turbulenzen schon wieder vergessen. Mit auf die Station durfte mein Mann nicht. Er durfte mich danach auch nur einmal am Tag für eine Stunde besuchen. Nach der U2 hat er mich aus dem Krankenhaus abgeholt und wir sind Heim gefahren. Zu dritt. Die Möglichkeit ein Familienzimmer zu wählen gab es damals (Mitte Mai) auch nicht, ich glaube in Bayern ist das jetzt teilweise schon wieder anders. Aber während dieser Corona Zeit ist glaube ich eh alles von Bundesland zu Bundesland und von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich. Uns konnte man vom Vorfeld gar nicht sagen wie es an Tag X dann sein wird, denn die Lage kann sich ja ständig wieder ändern.

Und jetzt in Zahlen

Um 23:30 Uhr war ich das erste mal im Kreißsaal um ca. 01:30 Uhr das zweite mal. mein Mann durfte gegen 02:30 Uhr in den Kreißsaal und um 5:49 Uhr kam der kleine Mann auf die Welt. Er war 55,5 cm groß und 3980g schwer. Ob ich es vermisse schwanger zu sein? Ja, ein bisschen ehrlich gesagt schon. Ich habe es geliebt schwanger zu sein! Klar es war nicht immer alles rosig und ich auch ich hatte meine Wehwehchen aber alles in allem war es einfach eine wunderbare Erfahrung für mich. Habt ihr Kinder? Wie war eure Geburt? Habt ihr vielleicht sogar auch während Corona entbunden und ganz andere Erfahrungen gemacht?

Hier geht´s zu Teil 1.

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